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Die PKR ist bunt: Ein Interview mit Oliver Mayer

Oliver Mayer ist Fernsehkorrespondent im ARD-Studio in Neu-Delhi

Die PKR besteht aus einer bunten Mitgliederschar. Im Rahmen unserer Reihe „Die PKR ist bunt“ möchten wir unseren Mitgliedern Gesichter verleihen und stellen Ihnen einzelne Personen vor. Mit Oliver Mayer haben wir uns über seine Tätigkeit als Auslandskorrespondent in Neu-Delhi unterhalten.

Wie wird man Auslandskorrespondent?

Um Auslandskorrespondent zu werden, gibt es keinen vorgegebenen Weg. Bei mir war es so, dass ich zunächst Luftverkehrsmanagement und anschließend Journalismus studiert habe. Es folgte ein Volontariat beim hr. Beim hr habe ich lange Zeit in der trimedialen Sportredaktion gearbeitet, moderiert, Beiträge und Redaktion gemacht.

Vor vier bis fünf Jahren kam ich zu ARD aktuell und habe dort in der Zulieferung Beiträge für Tagesschau, Tagesthemen, Morgenmagazin und Mittagsmagazin erstellt. Und dann wurde auf einmal die Stelle in Neu-Delhi frei. Da ich mich für Auslandsthemen schon immer interessierte, wurde ich gefragt, ob ich nicht Interesse an der Stelle hätte. Ich bin nach Delhi geflogen und habe mir alles genauer angeschaut. Mir war dann recht schnell klar, dass die ganz andere Kultur ein Riesenabenteuer sein wird, auf das ich mich einlassen wollte. Mittlerweile bin ich schon seit zweieinhalb Jahren in Indien. Und ich muss sagen, es war die beste Entscheidung, die ich getroffen habe, denn der Job macht riesigen Spaß. Ich stehe natürlich auch vor großen Herausforderungen. Aber die Zeit hier ist vor allem persönlich und beruflich unglaublich spannend.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Einen echten Alltag, den gibt es bei mir tatsächlich nicht. Es ist nicht dieser klassische Nine-to-five-Job, den ich hier habe. Das Einzige, was fix ist, ist die einmal pro Woche stattfindende Teamkonferenz mit sämtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Büros. Das umfasst auch die Radiokollegen, die hier im Studio sind. Dort sprechen wir über die aktuellen Themen. Unser Studio schickt dann jede Woche ein Themen-Angebot an alle ARD-Redaktionen.

Alltag bedeutet hier, flexibel zu sein. Also auf Reisen zu sein, Themen zu recherchieren, Beiträge für Weltspiegel, Tagesschau und Tagesthemen zu drehen. Wenn ich die letzten Monate rekapituliere, war ich etwa anderthalb Wochen in Pakistan. Dort wurde der Ex-Premierminister Imran Khan festgenommen, und wir haben für verschiedene Sendungen Bericht erstattet. Aktuell bin ich gerade im indischen Teil von Kaschmir. Auch von diesem Konflikt berichtet mein Team – das in diesem Fall aus Kameramann, Techniker, Producer und mir als Korrespondenten besteht – in Liveschalten und Beiträgen. Einen echten Alltag, den kann ich gar nicht beschreiben, weil jeder Tag anders ist.

Wie wählen Sie Ihre Themen aus?

Bei der Themenauswahl verhält es sich unterschiedlich. Einerseits sind wir von der Aktualität getrieben, von Breaking-News-Ereignissen, wie zum Beispiel im August 2021. Damals haben die Taliban die Macht in Afghanistan übernommen und wir haben kontinuierlich Bericht erstattet oder auch jetzt über die Krise in Pakistan.

Dann gibt es aktuelle Ereignisse, wie in diesem Jahr der G20-Gipfel hier in Indien, über die wir berichten.

Dazu kommen noch hintergründige Themen, die wir gelegentlich, meist für den Weltspiegel, erstellen. Jüngst haben wir etwa einen Film über den Traum von nepalesischen Frauen gedreht, die Bergsteigerin werden möchten und einen über behinderte Menschen in Indien, die mit künstlicher Intelligenz arbeiten und so auch eine eigene Zukunft für sich sehen.

Mittlerweile machen wir auch Beiträge für digitale Formate, für Instagram und etwas lustigere Geschichten für TikTok. Letztens habe ich beispielsweise versucht, meinen indischen Führerschein zu machen und bin leider durchgefallen. Wir machen also einen bunten Themenmix.

Was mögen Sie an Ihrer Arbeit in Neu-Delhi besonders?

Ich mag an meiner Arbeit, dass wirklich jeder Tag anders ist. Es gibt keinen Alltag für mich, sondern ich bin konstant mit neuen Themen beschäftigt. Ich lerne selbst unglaublich viel dazu, muss mich in wahnsinnig viele neue Dinge einlesen und erweitere so auch meinen persönlichen Horizont. Außerdem ist es eine große Herausforderung, mehrere Jahre im Ausland zu leben, einen neuen Freundeskreis aufzubauen und Kollegen neu kennenzulernen.

Ich habe hier übergangsweise  das Studio geleitet. Auch das war eine neue Erfahrung. Also man lernt wirklich sehr viel als Auslandskorrespondent. Ich glaube, dass mich diese Zeit in Indien sehr voranbringt, nicht nur beruflich, sondern auch persönlich. Und ich bin wirklich dankbar, dass ich diese Erfahrung machen darf. Ich kann nur jedem empfehlen, der Interesse hat, ins Ausland zu gehen, diese Chance zu nutzen.

Vita

Oliver Mayer ist seit 2021 Fernsehkorrespondent im ARD-Studio in Neu-Delhi. Seine berufliche Laufbahn hat er als Sportreporter beim Hessischen Rundfunk (hr) begonnen. Später hat er diverse TV-Sendungen moderiert, politische Reportagen für arte angefertigt sowie für die hr-Redaktion von ARD-aktuell Beiträge für Tagesschau, Tagesthemen und weitere Magazin-Formate, die im Ersten laufen, erstellt.



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