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Erklärung zu den Grundsätzen der Anlagepolitik der Pensionskasse Rundfunk (PKR)


Anlagepolitik

Gemäß § 234i Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) müssen Pensionskassen der Aufsichtsbehörde eine Erklärung zu den Grundsätzen der Anlagepolitik zur Verfügung stellen und diese öffentlich zugänglich machen. Die Erklärung muss mindestens auf die folgenden Punkte eingehen:

• das Verfahren der Risikobewertung und der Risikosteuerung,

• die Strategie/Grundsätze der Anlagepolitik,

• die Frage, wie die Anlagepolitik ökologischen, sozialen und die Unternehmensführung betreffenden Belangen Rechnung trägt. 

Die Pensionskasse Rundfunk (PKR) ist eine regulierte Pensionskasse nach § 233 VAG und wird in der Rechtsform des Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit (VVaG) im Sinne des § 210 Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) geführt. Sie ist eine Versorgungseinrichtung der freien Mitarbeitenden der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und Produktionsunternehmen in Deutschland und hat den Zweck, Versorgungsleistungen im Wege der Versicherung nach Maßgabe ihrer Satzung und der Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) zu gewähren. Die Kasse bietet eine Alters- und Hinterbliebenenversorgung im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung an.

Die Alters- und Hinterbliebenenversorgung werden grundsätzlich am Monatsende als lebenslange Rente gezahlt; Waisenrenten sind befristet. Anstelle der Rente kann der Versorgungsberechtigte eine einmalige Kapitalzahlung beantragen, es sei denn, es wurde bereits eine Altersrente gezahlt.

Sämtliche Versorgungsleistungen sind in Form einer beitragsorientierten Leistungszusage definiert. Die Anwartschaften und laufende Leistungen sind, soweit sie von der Zusage auf betriebliche Altersversorgung durch den Arbeitgeber umfasst sind, durch das Betriebsrentengesetz geschützt. Seit dem Jahr 2021 sind Pensionskassenzusagen zusätzlich durch den Pensions-Sicherungs-Verein a.G. gesichert.

1. Grundsätze der Anlagepolitik

Die im Folgenden beschriebenen Grundsätze der Anlagepolitik gelten für die gesamte Kapitalanlage. An oberster Stelle der Anlagepolitik steht die Minimierung des Risikos der Leistungskürzung für die versicherten Mitglieder bzw. des Risikos der Nachhaftung für die Arbeitgebenden. Das erfordert ein konsequentes Management der Kapitalanlagen nach Asset-Liability-Grundsätzen, welches die Laufzeit der Kapitalanlage auf die gegenüber den Mitgliedern eingegangenen Verpflichtungen abstimmt. Dafür hat die PKR ein Planungstool im Einsatz, das mittelfristig

• Bilanzen und GuV-Rechnungen nach HGB projiziert sowie

• die Buchwerte der Vermögen und Verpflichtungen in Marktwerten bewertet und

• die Risiken in Anlehnung an die Vorgaben der Standardformel für Versicherer bewertet.

Neben dem ALM-basierten Ansatz erfolgt die Anlage des Sicherungsvermögens nach den qualitativen und quantitativen Vorgaben der Anlageverordnung für Pensionskassen, Sterbekassen und kleine Versicherungsunternehmen.

Aufgrund der langlaufenden Verpflichtungen liegt der Schwerpunkt der Kapitalanlage bei Rentenpapieren mit langen Laufzeiten, die über eine exzellente Bonität verfügen. Das Rating dieser Papiere liegt ganz überwiegend bei AA und besser.

Nach Absicherung der Rentenverpflichtungen wird frei verfügbares Risikokapital genutzt, um die Kapitalanlage systematisch zu diversifizieren und dabei auch in Assetklassen zu investieren, die Realvermögen präsentieren. Innerhalb eines Spezial-AIF ist jeweils ein Teil in Aktien, in Unternehmensanleihen sowie indirekt in Immobilien investiert, wobei diese Portfolien von externen Managern nach festen Anlagerichtlinien betreut werden. Das ausreichend verfügbare Risikokapital ermöglicht einen langen Anlagehorizont und damit die Chance mittel- und langfristig höherer Renditen.

Es besteht im aktuellen Zinsumfeld der Anspruch, für alle Mitglieder insgesamt eine Rendite mindestens in Höhe von 1 % p. a. zu erwirtschaften, gegebenenfalls also über den vertraglichen Sollzinssatz hinaus. Die internen und externen Anlagerichtlinien, Risikobudgets und Kontrollverfahren sorgen dabei für eine Begrenzung der Risiken in der Kapitalanlage.
Die Veröffentlichung zu den Transparenz- und Offenlegungspflichten gemäß § 134c AktG finden Sie auf der Internetseite der PKR.

2. Risikostrategie

Die Leistungszusagen der Pensionskasse Rundfunk sind primär auf die Zahlung einer lebenslangen Altersrente ausgerichtet. Vor diesem Hintergrund ist das Langlebigkeitsrisiko, also das Risiko einer steigenden Lebenserwartung der Leistungsempfangenden, für die Pensionskasse von zentraler Bedeutung. Zur Beherrschung der mit dem Geschäftsmodell der PKR verbundenen Risiken, insbesondere im Hinblick auf eine nachhaltig solide Unternehmensfinanzierung, sowie zur dauerhaften Erfüllbarkeit der eingegangenen Verpflichtungen hat der Vorstand ein Risikomanagementsystem eingerichtet. Die PKR wählt hierbei einen integrierten Ansatz, der ausgehend von der Unternehmens- sowie der daraus abgeleiteten Risikostrategie alle relevanten Bereiche einschließlich der Kapitalanlage umfasst und Interdependenzen zwischen Bereichen berücksichtigt.

Die in der Risikostrategie formulierte Risikotoleranz findet ihren Niederschlag in einem Risikotragfähigkeitskonzept mit spezifischen Messgrößen und -verfahren für die Kapitalanlage. Dieses sieht vor, dass nur jene Risiken einzugehen sind, die angemessen mit Risikokapital bedeckt werden können. Der Kapitalanlagestrategie sowie dem Kapitalanlageprozess steht somit zunächst die Finanzierbarkeit der Kapitalanlageplanungen/-entscheidungen voran. Hierfür werden im Rahmen des Risikomanagementprozesses Risikobudgets und damit korrespondierende Limits abgeleitet. Die PKR hat Überwachungs- und Steuerungsprozesse implementiert, die alle Beteiligten einschließlich des Vorstands über die Risikosituation bzw. den Status der Budget- und Limiteinhaltung informieren sowie im Falle von Überschreitungen Sicherungsmaßnahmen etablieren bzw. Risikopositionen zeitnah auf das in der Risikostrategie vorgegebene Risikoniveau zurückführen. Bei der Bewertung der Risiken orientiert sich die PKR an den Verfahren und Parametern, die seit 01.01.2016 gemäß Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) für Versicherungen gelten.

3. Berücksichtigung ökologischer, sozialer und die Unternehmensführung betreffenden (ESG-)Belange

Der Grundsatz der Nachhaltigkeit ist als fester Bestandteil im Unternehmensleitbild der PKR verankert. Dementsprechend orientieren sich Unternehmens- und Risikostrategie bei der PKR an diesem Grundsatz. Im Rahmen ihres kontinuierlichen Verbesserungsprozesses sowie ihrer Früherkennungssysteme hat die PKR die Nachhaltigkeitsthematik frühzeitig aufgegriffen und fortlaufend weiterentwickelt. Die PKR orientiert sich an einem ganzheitlichen ESG-Ansatz, der Nachhaltigkeitsaspekte bereits bei der Anbahnung von Kapitalanlagegeschäften berücksichtigt. 

Für ihre indirekten Investitionen im Rahmen eines Spezialfondsmandats bedeutet dies, dass bei der Mandatierung von Vermögensverwaltern neben wirtschaftlichen Aspekten auch ESG-Belange als Teil der Auswahlentscheidung einbezogen werden. Dabei legt die PKR Wert auf die Auswahl nachhaltig arbeitender Vermögensverwalter, die sich an den Principles for Responsible Investment orientieren und/oder über eigene ESG-Richtlinien verfügen. Zusätzlich werden die mandatierten Vermögensverwalter vertraglich verpflichtet, die Ausschlusskriterien der PKR für bestimmte Investments zu beachten. Als Mindestanforderung gilt hierbei das „UN-Übereinkommen über Streumunition“. Neben Ausschlüssen, die für alle Anlageklassen im Rahmen des Spezialfondsmandats gelten, richtet sich das Aktienmandat der PKR nach einem Index, in dem die Firmen mit den höchsten ESG-Ratings in den jeweiligen Sektoren vertreten sind (Best-in-Class-Ansatz).

Auch bei Direktanalageinvestments werden Nachhaltigkeitsaspekte in die Investitionsentscheidung einbezogen. Ausschlusskriterien sowie eine qualitative und quantitative ESG Analyse bilden hierbei die/eine Grundlage für die Anlageentscheidung.

In einem fortlaufenden Prozess analysiert die PKR, unter Berücksichtigung der Proportionalität sowie der verfügbaren Datengrundlagen, die ESG Konformität ihrer Kapitalanlagen.

4. Überprüfung der Anlagepolitik

Die Anlagepolitik wird mindestens jährlich überprüft und bei Bedarf überarbeitet und angepasst. Ergeben sich im Laufe des Jahres potenzielle Auslöser, die zu einer Änderung der Anlagepolitik führen, findet eine Ad-hoc Überprüfung und falls notwendig eine entsprechende Anpassung der Anlagepolitik auch unterjährig statt. 

Potenzielle Auslöser können grundsätzlich nachfolgende Ereignisse sein:

• Neue regulatorische Vorgaben

• Grundsätzliche Änderung der Anlageziele bspw. bedingt durch sich wandelnde Marktbedingungen

• Integration neuer Finanzinstrumente in die Anlagestrategie im Rahmen eines Neu-Produkte-Prozesses

• Wesentliche Änderungen des Risikoprofils

Stand der Veröffentlichung: 21.09.2021

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