Antoine Monot, Jr.

SCHAUSPIELER

PKR-Mitglied seit: 2001
Alter: 46
Engagement: Im Vorstand des Bundesverband Schauspiel (BFFS)

Wie kam es zu Ihrer Berufswahl?

Es gab keinen auslösenden Moment. Ich wollte einfach Schauspieler werden. Nachdem ich auf einer Schauspielschule war, habe ich dann relativ zügig angefangen zu arbeiten.
 

Würden Sie Ihren Beruf Ihren Kindern bzw. der nächsten Generation empfehlen?

Das sind zwei verschiedene Fragen. Also meinen eigenen Kindern würde ich ihn nicht empfehlen, einer nachfolgenden Generation selbstverständlich, damit der Schauspielberuf nicht ausstirbt. Und es gibt ja, Gott sei Dank, eine nachfolgende Generation – tolle junge Schauspieler*innen. Den eigenen Kindern würde ich eher abraten, weil ich so viele Kolleg*innen sehe, die mit dem Beruf hadern und Probleme haben.
 

Wie ist es zu Ihrer PKR-Mitgliedschaft gekommen?

Mich hat ein Kollege darauf hingewiesen. Wotan Wilke Möhring war das. Er hat damals auf mich eingeredet und gesagt, dass ich das unbedingt machen müsse, weil es sehr wichtig sei. Das war Ende der 90er, Anfang 2000. Ich habe allerdings den Fehler gemacht, am Anfang meinen eigenen Beitragssatz zu reduzieren, von sieben auf vier Prozent. Der Arbeitgeber zahlt ebenfalls vier Prozent. Damit habe ich sozusagen drei Prozent „verschenkt“, die ich beim Verdienst gar nicht gespürt hätte, die sich aber bei der Verzinsung gut gemacht hätten. Irgendwann habe ich das realisiert und meinen Eigenanteil auf sieben Prozent erhöht. Ich finde das ein tolles Modell: Sieben Prozent werden von meinem Bruttolohn abgezogen, vier Prozent kommen von meinem Arbeitgeber, den er vom Sender erstattet bekommt. Ich glaube, dass die Pensionskasse später ein wichtiger Baustein meiner Rentenplanung sein wird.
 

Was wollten Sie der PKR schon immer mal sagen?

Ich bin glücklich, dass es die Pensionskasse gibt! Ich animiere jede*n Kolleg*in vor und hinter der Kamera – gerade die Jungen –, der PKR beizutreten.


Eine Sache wäre vielleicht ganz interessant: Was könnte ich mit einem zusätzlichen Sparplan erreichen? Sagen wir ich zahle 100 oder 150 Euro monatlich freiwillig auf das Mitgliedskonto ein. Wenn ich in meinem jährlichen Kontoauszug erfahren würde, was mir das später bringt, könnte das ein guter Anreiz sein, Sparpläne aufzusetzen. Die wenigsten wissen ja, dass man auch freiwillig einzahlen kann.
 

Was erwarten Sie von Ihrer Altersvorsorge?

Ich erwarte von einer Altersvorsorge, dass sie mich im Alter versorgt (lacht). Die Krux ist ja, wenn man jung ist und ins Berufsleben einsteigt, ist das Alter ganz weit weg. Man ist unbesiegbar und hat das ganze Leben noch vor sich. Oft denkt man an die Altersvorsorge erst spät, häufig zu spät. Wenn man nämlich in der zweiten Lebenshälfte angekommen ist und man plötzlich merkt, oh in 20 oder 25 Jahren ist es ja so weit. Deshalb sollte man besser frühzeitig daran denken und sagen: Komm, da wird mir was vom Brutto genommen, das spüre ich kaum. Meine Arbeitgeber, beziehungsweise die öffentlich-rechtlichen Sender, schenken mir vier Prozent obendrauf – das nehme ich einfach mal mit. Dieses Geschenk lass ich nicht links liegen. Das kann ich jedem nur empfehlen.
 

Mit welchem Argument würden Sie Ihren Kolleg*innen raten, sich HEUTE um die Altersversorgung zu kümmern?

Aufgewachsen bin ich mit dem Slogan im Kopf: „Die Rente ist sicher!“. Auch bei den Lebensversicherungen gab es damals noch blumige Versprechen. Sie zogen dann irgendwelche Tabellen raus und zeigten, dass man mit einem kleinen Einsatz später Millionär sein könnte.


Heute wissen wir nicht, wie es mit der gesetzlichen Altersvorsorge aussieht. Ich bin jetzt 46 und muss bis 67 arbeiten. In 21 Jahren ist es also so weit. Wie steht es dann um die gesetzliche Rente? Wie hoch wird der Betrag sein, den ich monatlich erhalte? 700 Euro oder 1.000? Heute könnte ich von 1.000 Euro in München nicht leben. Und in 21 Jahren?


Das große Problem, das wir Schauspieler*innen haben, ist, dass wir in der Regel nicht durchgehend beschäftigt sind. Viele von uns haben folglich enorme Rentenlücken und kommen gar nicht auf das Minimum der gesetzlichen Rente. Es ist also ganz wichtig sich zwischen jedem Engagement arbeitslos zu melden, auch ohne Leistungsbezug.
 

Welchen aktuellen Programm-Tipp würden Sie gerne teilen – TV, Radio, Podcast ...?

Ich bin seit Jahren ein großer Fan von Deutschlandfunk Nova, ein Sender, der sehr interessante Sprachbeiträge hat, die nicht nur 20 Sekunden lang sind. Dazu kommt moderne, heutige Musik. Für Deutschlandfunk oder Deutschlandfunk Kultur fühle ich mich irgendwie noch zu jung (lacht), für die gängigen Radiosender viel zu alt, und da ist Deutschlandfunk Nova genau das Richtige.
 

Wie sieht die Film- und Fernsehbranche in 10 Jahren aus?

Sie wird in zehn Jahren fantastisch aussehen. Den allgemeinen Gesang auf den Untergang des Fernsehens teile ich nicht. Es ist ja nicht das erste Mal, dass ein neues Medium aufkommt, in diesem Fall das Streaming. Dieser Reflex, dass wenn ein neues Medium aufkommt, gleich der Abgesang auf das vorherige gesungen wird, teile ich nicht. Das hat sich mit Blick in die Vergangenheit bisher auch nicht bewahrheitet.


Die Landschaft hat sich verändert. Vor 70 Jahren saß die ganze Familie vor dem Radioempfänger und hat sich eine Sendung angehört. Heute ist es unvorstellbar, dass man als Familie gemeinsam anderthalb Stunden vor einem Radio sitzt.


Das Radio hat jetzt eine andere Funktion, aber es gibt es und es ist erfolgreich. Ich glaube, dass das Fernsehen einem Wandel unterliegt, und ich bin der festen Überzeugung, dass wir auch in zehn Jahren Fernsehen schauen werden. Unabhängig davon breche ich eine große Lanze für unseren öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Schauen wir uns andere Länder in Europa an, da kann eine Regierung schnell zwei, drei leitende Positionen in Medienhäusern neu besetzen und die Politik hat das mediale Land gut im Griff. Das kann in Deutschland mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk, den die Alliierten damals nach dem Vorbild der BBC initiiert hatten, so schnell nicht passieren – egal welche Partei an der Macht sein wird. Und es gibt Parteien, die am öffentlich-rechtlichen Rundfunk sägen. Heute schon! Wir müssen wachsam sein und dieses wertvolle Gut beschützen.
 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ich habe eine ganz, ganz tolle Frau an meiner Seite und eine tolle Familie. Ich bin der glücklichste Mensch auf dieser Welt und sehr dankbar für alles. Ich wünsche mir, dass wir so weitermachen, wie wir das in den letzten Jahren mit viel Liebe und Engagement getan haben.


ZUR PERSON: Antoine Monot, Jr. (46): Schauspieler; lebt in München; in glücklicher Beziehung; im Vorstand Bundesverband Schauspiel e. V. (BFFS); seit 2001 PKR-Mitglied.

Antoine Monots Präsenz auf Crew United

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