Konrad Busen

JOURNALIST UND MODERATOR

PKR-Mitglied seit: 2001
Alter: 51

Wie kam es zu Ihrer Berufswahl?

Ich habe Jura studiert. Allerdings schon mit dem Hintergedanken, vielleicht Journalist zu werden. Also jobbte ich parallel zum Studium für einen kleinen lokalen Fernsehsender in Bayern. Als ich dann im Jurastudium eine echte Krise hatte, bot mir der Sender ein Volontariat an – zwei Jahre lang für den Sender arbeiten, nicht viel Geld bekommen, aber dafür viel lernen und Erfahrungen sammeln. Mein Beruf war gewählt! Ich habe das Handwerk im Fernsehen an der Basis gelernt: Beiträge machen, mit der eigenen Stimme, dem Gesicht und dem Auftritt arbeiten, Beiträge vertonen, vor der Kamera das Programm präsentieren. Nach 18 Monaten Volontariat habe ich ein bisschen mehr Geld bekommen und war dann Jungredakteur. Danach ging ich kurz ins Ausland, um anschließend beim ZDF, dem Kindernachrichten-Magazin Logo, anzufangen.

Logo ist eine sehr gut gemachte Sendung mit sehr guten Abläufen, einer ausgeprägten Feedback-Kultur und einer besonderen Beziehung zu den Zuschauern, zum Publikum. Ich finde, das gehört alles zu dem Beruf dazu.
 

Würden Sie Ihren Beruf Ihren Kindern bzw. der nächsten Generation empfehlen?

Das ist eine witzige Frage. Ich denke ja. Wenn sich allerdings die nächste Generation für den Beruf entscheidet, sieht alles ganz anders aus als bei mir. Sollte mein Patenkind zu mir kommen und sagen, dass sie etwas mit Medien machen will, dann würde ich ihr sagen, dass sie sich auf Veränderung einstellen muss. Und wenn sie Lust hat auf Veränderung und eine ständige Dynamik im Berufskontext, dann kann ich ihr den Beruf empfehlen.
 

Wie ist es zu Ihrer PKR-Mitgliedschaft gekommen?

Durch eine Empfehlung. Ein Kollege sagte: „Sag mal, bist du eigentlich Mitglied in der Pensionskasse? Nee? Dann solltest du es aber schnell werden. Denn Mitglied sein oder nicht heißt, auf eine Lohnerhöhung durch deinen Arbeitgeber oder Auftraggeber zu verzichten. Du verzichtest auf vier Prozent, die der Arbeitgeber dazugibt.“ Das fand ich ganz griffig und schön und so naheliegend. Es war auch zu einem Zeitpunkt, an dem ich schon eine Weile im Beruf war und das Thema private Altersvorsorge immer so ein bisschen vor mir herschob. Ich fand die Pensionskasse dann irgendwie nett, und stellte später auch tatsächlich fest, dass da etwas dran ist. Das ist einfach eine kollegiale Einrichtung, da sitzen meine Kollegen in den Gremien. Die PKR ist eben nicht nur so eine Versicherung, und das war mir sehr sympathisch.
 

Was wollten Sie der PKR schon immer mal sagen?

Ich finde es sehr angenehm, dass auf Augenhöhe kommuniziert wird. Es ist immer jemand da, der Fragen beantwortet, es ist nicht so abgehoben.
 

Was erwarten Sie von Ihrer Altersvorsorge?

Das sie mich absichert. Also, dass ich im Alter auch gut leben und die Dinge tun kann, die ich dann gerne tun möchte. Ich erwarte allerdings auch, dass die Zusagen, die im Vorfeld gemacht wurden, eingehalten werden.
 

Mit welchem Argument würden Sie Ihren Kolleg*innen raten, sich HEUTE um die Altersvorsorge zu kümmern?

Mit demselben Argument, mit dem ich damals schon geködert worden bin. Ich habe das bereits häufig anderen Leuten, jungen Kollegen und Kolleginnen, gesagt. Das ist eine Lohnerhöhung, auf die man nicht verzichten sollte. Alle wissen, dass die gesetzliche Rente allein einen relativ starken Einkommensrückgang bedeutet, und das sollte und kann man auffangen. Die vier Prozent, die von meinem Einkommen an die Pensionskasse gehen, finde ich sehr angenehm, und es gefällt mir, dass die Geldanlage so konservativ gehandhabt wird. Man muss nicht wissen, was eine Anleihe ist. Es reicht zu wissen, dass die Pensionskasse das Geld hochrisikominimiert anlegt. Ich kann nichts falsch machen.
 

Welchen aktuellen Programm-Tipp würden Sie gerne teilen – TV, Radio, Podcast …?

Ich bin ein großer Podcast-Hörer und höre wahnsinnig viele Podcasts und Sendungen der BBC, weshalb ich die APP BBC Sounds empfehle.

Der Global News Podcast oder World Business Report der BBC gehören zu den besten Stücken, die man aktuell im Radio hören kann. Das Besondere an ihnen ist, dass sie einen internationalen Blick haben, dass sie Themen, die in Nigeria, in Kenia, in Malaysia, in den USA, Russland, Frankreich oder Deutschland passieren, so verkaufen, dass ich Lust habe, sie zu hören, dass ich irgendwie das Gefühl habe, das spricht mich an. Ja, selbst wenn es beispielsweise um weibliche Genitalverstümmelung geht oder um Kohlebergwerke in Simbabwe. Das hat viel damit zu tun, dass die Korrespondenten tatsächlich nah an dem sind, worüber sie berichten.

Was mir außerdem super gut gefällt an der BBC überhaupt: Sie berichten mit Humor. Es gibt öfter mal ein Augenzwinkern, es gibt öfter mal ein lustiges oder unterhaltsames Stück. Es ist nicht nur Bad News und dröge Ernsthaftigkeit, sondern eben auch ein „wir sind ein bisschen selbstironisch“. Ja, warum höre ich diese Sendung? Ich arbeite viel auf Englisch und muss mich sprachlich fit halten.
 

Wie sieht die Film- und Fernsehbranche in zehn Jahren aus?

Was die Freien betrifft, so wird die Arbeitsweise noch dynamischer sein, unsere Berufe verändern sich kontinuierlich, wir werden multimedialer sein. Wir müssen ständig neue Formate und handwerkliche Skills entwickeln, weil sich die Anforderungen verändern. Videos fürs Web sind vollkommen anders als die Fernsehbeiträge, die ich früher bei Logo gemacht habe oder Magazinbeiträge im hr.

Ich hoffe, dass es mehr Interaktivität gibt, mehr dialogische Mediensituation und -gestaltung, dass man mehr mit dem Publikum in Austausch gehen kann, und zwar on air, in einer kommunikativen Situation.

Ein bisschen Sorge macht mir die Ausrichtung an populären Trends, das heißt, das Programm zu machen, das die Zuschauer wollen. Bis zu einem bestimmten Grad muss man das machen, klar. Aber man muss mutig auch eigene Sachen probieren, ohne dass gleich irgendwelche Algorithmen versuchen, mir vorherzusagen, was erfolgreich ist und was nicht und am Ende alles weichgespült wird. Ich habe ein wenig die Befürchtung, dass das passiert.
 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Dass ich mich einbringen kann, dass die Prozesse, die um mich herum passieren, so sind, dass auf meine Ideen und meine Manpower Wert gelegt wird. Man kann im Alltag wunderbar vor sich hinarbeiten und währenddessen passieren gerade in einem Haus wie der Deutschen Welle wahnsinnig viele Sachen, von denen man so en passant erfährt. Ich bin dort halt viel im Fernsehprogramm, aber nicht so sehr in den Social-Media- und Online-Kanälen präsent. Dort würde ich gerne tiefer einsteigen und mehr tun. Das wünsche ich mir für die Zukunft.


ZUR PERSON: Konrad Busen (51): Journalist und Moderator für verschiedene Sender, vor allem Deutsche Welle; lebt mit seinem Mann in Frankfurt am Main; PKR-Mitglied seit 2001.

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