Max Zaher

Max Zaher

KAMERAMANN

PKR-Mitglied seit: 2010
Alter: 45
Mitgliedschaften: Bundesverband Kinematografie (BVK)

Wie kam es zu Ihrer Berufswahl?

Ich war noch relativ jung, aber schon damals sehr vom Film fasziniert, weshalb ich mir ständig Filme angeschaut habe. Ich konnte mich da einfach so „reinfallen“ lassen. Später, allerdings immer noch zu Schulzeiten, ging es dann richtig los. Da meine Eltern beim Hessischen Rundfunk (hr) als Radiojournalisten arbeiteten, machte ich dort diverse Praktika und bin bei der Fernsehproduktion hängengeblieben. Bei einer dieser Gelegenheiten durfte ich auch mal eine Kamera in die Hand nehmen, was mich sehr fasziniert hat. Wahrscheinlich war das der Auslöser, denn seitdem versuchte ich immer wieder, wenn sich die Gelegenheit bot, etwas zu drehen. Über ein paar glückliche Zufälle lernte ich Hans-Günther Bücking kennen, zu dieser Zeit einer der namhaftesten Kameramänner. Ich war von seiner Arbeit am Set so begeistert, dass ich das unbedingt weiter machen wollte. Kurz hatte ich über die Filmhochschule angedacht und mich sogar beworben. Einige meiner Freunde studierten damals Film. Es hat allerdings nicht geklappt, und ich war dann auch mit meinem Weg viel zufriedener, denn diese aktive Arbeit am Filmset war für mich genau richtig.
 

Es war also ein Learning by Doing?

Ja, richtig, es war Learning by Doing. Aber ich hatte Glück, tatsächlich immer von den Besten zu lernen oder, besser gesagt, lernen zu dürfen. Also sehr viel Glück und vielleicht auch das Glück des Tüchtigen.
 

Würden Sie Ihren Beruf Ihren Kindern bzw. der nächsten Generation empfehlen?

Ja! Auf jeden Fall! Ich kann jedem, der mich fragt, immer nur sagen: Ich habe den besten Job der Welt und würde mit nichts und niemandem tauschen wollen. Ich kann ihn jedem nur empfehlen.

Heute, mit meiner langjährigen Erfahrung, weiß ich aber auch, dass man sich selbst vor lauter Leidenschaft und Begeisterung nicht vergessen darf. Das ist tatsächlich ein richtiger Beruf, mit dem man sein Leben bestreiten muss. Als ich jung war, wollte ich immer nur drehen, drehen, drehen, und mir war gar nicht so bewusst, dass ich in der Berufswelt angekommen war. Mit dem Wissen von heute würde ich meinen Kindern raten: „Macht es, macht es sofort. Es ist supergeil! Aber – tretet sofort in den BVK bzw. euren entsprechenden Berufsverband ein, lasst euch umfassend beraten, dann könnt ihr den Weg sicher und gut gehen.“
 

Wie ist es zu Ihrer PKR-Mitgliedschaft gekommen?

Wie gesagt, eigentlich wollte ich nur drehen und möglichst viel Zeit am Set verbringen. Ich habe mich nicht wirklich um Absicherung neben der Vergütung gekümmert. Meine erste Mitgliedschaft bei einer Institution war der Eintritt in den BVK – den Bundesverband Kinematografie. Die Mitgliedschaf war für mich allerdings so ein: „Ich bin jetzt dabei, ich bin jetzt einer, der was kann, und ich darf nun dieses Kürzel (BVK, Anm. d. Red.) führen.“ Erst ein paar Jahre später habe ich zum ersten Mal überhaupt an einer BVK-Veranstaltung teilgenommen, und dann ging es sehr schnell. Ich habe verstanden, dass ich ein Teil eines Berufsverbandes war, und es so ein paar Dinge wie die PKR und andere Versicherungen gibt, über die es sich lohnt, nachzudenken.

Also, der BVK war meine Brücke zur PKR.
 

Was wollten Sie der PKR schon immer mal sagen?

Danke, dass es euch gibt! Es ist davon auszugehen, dass die normale, die staatliche Rente gerade in unserem Bereich nicht reichen wird. Deshalb ist die PKR wichtig und sinnvoll. Ein tolles, funktionierendes Instrument im Hintergrund, was unser Leben in der Zukunft, im Alter, bereichern wird. In unserer Branche denken wir häufig nicht darüber nach, dass wir irgendwann nicht mehr drehen können. Aber der Tag wird kommen, und dann werde ich mir u. a. Dank der PKR ein angenehmes Leben im Alter ermöglichen.
 

Was erwarten Sie von Ihrer Altersvorsorge?

Naja, wenn der Zeitpunkt kommt, an dem ich nicht mehr drehen kann oder nicht mehr drehen will, möchte ich keine Geldsorgen haben. Ich möchte einfach nur in Ruhe leben, zurückblicken auf die Dinge, die ich gemacht habe und vielleicht noch ein paar Dinge nachholen, die ich aus Zeitmangel bis dato nicht machen konnte. Ich möchte finanziell die Luft haben, Dinge tun, die Spaß machen!
 

Mit welchem Argument würden Sie Ihren Kolleg*innen raten, sich HEUTE um die Altersvorsorge zu kümmern?

Es ist im Grunde das, was ich eben schon gesagt habe: Man muss davon ausgehen, dass die staatliche Rente nicht ausreichen wird, dass man zusätzlich für das Alter vorsorgen muss. Da ergänzt sich die Pensionskasse wunderbar mit der gesetzlichen Rente. Ich glaube aber, der eine Satz, mit dem man alle überzeugen kann, ist: „Je früher man anfängt, desto geringer ist der Aufwand und desto größer der Ertrag am Ende.“
 

Welchen aktuellen Programm-Tipp würden Sie gerne teilen – TV, Radio, Podcast …?

Eigentlich möchte ich keinen rein aktuellen Programm-Tipp geben. Ich habe diese Corona-bedingte „Mehrzeit Zuhause“ genutzt, um in Filme reinzuschauen, die sich über eine Zeitspanne von circa 30 Jahren erstrecken und an deren Ende ein aktueller Film steht. Gerade habe ich beispielsweise die ganze Rocky-Serie geschaut. Angefangen mit Rocky I bis V, über Rocky Balboa bis hin zu den beiden Creed-Filmen. Es ist der Wahnsinn zu sehen, wie eigentlich immer die gleiche Geschichte über so viele Jahrzehnte so anders erzählt werden kann: Sehgewohnheiten, Musik, Schnitt, Bildgestaltung, selbst das Schauspiel haben sich derart verändert. Das ist ganz toll! Das kann ich jedem Filmschaffenden nur empfehlen. Sehr lehrreich und sehr unterhaltsam.
 

Wie sieht die Film- und Fernsehbranche in zehn Jahren aus?

Was die Fernsehbranche angeht, ist die Situation relativ klar: Die wird meiner Ansicht nach komplett wegsterben. Lineares Fernsehen wird es in absehbarer Zeit wahrscheinlich nicht mehr geben. Ich möchte fast sagen „hoffentlich nicht mehr geben“, da sich unser Leben mit linearen Zeitvorgaben nicht mehr gut arrangieren lässt. Ich denke die Portale und die Mediatheken werden immer stärker in den Vordergrund rücken. Sie werden eine wesentliche Rolle als Produzenten von Filmen, Unterhaltung, Kultur, Sport, Nachrichten und so weiterspielen. Das heißt nicht, dass es keine öffentlich-rechtlichen Sender mehr geben wird. Das heißt nur, dass sie irgendwann ausschließlich über die Portale verfügbar sein werden. Ich persönlich finde das eine sehr positive Entwicklung, weil es dadurch eine direkte Rückmeldung gibt, über die dann die Dinge produziert werden können, die die Menschen auch sehen wollen.
 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ich persönlich will einfach nur immer weiter, so viel wie möglich und solange ich kann tolle Filme drehen. Die Zeit dazwischen will ich mit meiner Familie und meinen Hobbys verbringen.

Auf die Branche bezogen würde ich mir wünschen, dass die Kinoszene, die Kinokultur in Deutschland und in Europa, ein bisschen wiederbelebt beziehungsweise besser funktionieren würde. Ich finde nach wie vor, dass es kein tolleres Filmerlebnis gibt, als das im Kino. Das wäre mein persönlicher Wunsch, auch an die Gesellschaft um mich herum, abgesehen von Weltfrieden und dem Ende der Corona-Pandemie.


ZUR PERSON: Max Zaher (45): Kamera- und Steadicam-Operator, wohnt zurzeit in der Nähe von Frankfurt am Main, lebte davor lange in Berlin und zeitweilig in Köln; verheiratet, drei Kinder und seit 2013 PKR-Mitglied; außerdem aktives Mitglied im Berufsverband Kinematografie (BVK), dort lange Zeit im Vorstand.

Max Zahers Präsenz bei Crew United

Nach oben