Anja Koebel

Anja Koebel

JOURNALISTIN/MODERATORIN

PKR-Mitglied seit: 1997
Alter: 53
Engagement: Unterstützung des Palliativ- und Hospizverbands Sachsen
Bewohnerfürsprecherin im Christlichen Hospiz Ostsachsen Siloah in Bischofswerda

Wie kam es zu Ihrer Berufswahl?

Das war ein Zufall. 1992 war ich gerade auf der Suche nach neuen Ufern. Ich habe mein Abitur nachgeholt und wusste nicht so recht, wo es mich hintreiben sollte. Ein Bekannter war Redakteur beim Radio, der MDR hatte sich gerade gegründet, und er drückte mir ein Aufnahmegerät in die Hand. Damals war noch so viel möglich, und als neugierige Quereinsteigerin konnte man einfach mal in die Medienwelt reinschnuppern und sich ausprobieren. Und dann: festgebissen.
 

Würden Sie Ihren Beruf Ihren Kindern bzw. der nächsten Generation empfehlen?

Ja, das kann ich ohne zu zögern sagen. Ich liebe es, Geschichten von und über Menschen zu erzählen. Es sind die Begegnungen, die immer wieder überraschen und das jeden Tag aufs Neue. Und Fernsehen ist ein tolles Medium, um Emotionen zu transportieren. Natürlich wandelt sich die Branche, aber das tut sie, weil auch die Welt sich wandelt. Leben ist Veränderung und Veränderung ist Herausforderung. In den Medien spiegelt sich Zeitgeist auf vielfältige Weise wieder.
 

Wie ist es zu Ihrer PKR-Mitgliedschaft gekommen?

Zur Mitgliedschaft hat mich eine Kollegin animiert. Ich bin ein sehr sicherheitsliebender Mensch und habe deswegen schon recht früh an später gedacht. Das Modell, dass sich die Rundfunkanstalt prozentual an meiner Altersvorsorge beteiligt, spricht für sich. Da brauchte es nicht viel Überzeugungskraft.
 

Was wollten Sie der PKR schon immer mal sagen?

Danke!
 

Was erwarten Sie von Ihrer Altersvorsorge?

Ich finde es wichtig, dass Menschen sich ihr Alter „leisten“ können. Und zwar so, dass die viel zitierten Früchte der Arbeit nicht zu Trauben werden, die am Ende zu hoch hängen. Jeder, der seinen Teil gesellschaftlich geleistet hat, sollte dafür auch gebührend entlohnt werden. Es ist bitter, wenn Senior*innen nicht wissen, wie sie im Monat über die Runden kommen sollen. Von einer Altersvorsorge erwarte ich, dass die Betonung nicht auf dem Wort Sorge liegt. Und dass sie flexibel genug ist, sich auf individuelle Bedürfnisse einzustellen.
 

Mit welchem Argument würden Sie Ihren Kolleg*innen raten, sich HEUTE um die Altersversorgung zu kümmern?

Wer es gestern verpasst hat, sich um seine Altersvorsorge zu kümmern, sollte es heute tun. Denn wer weiß schon, was morgen sein wird.
 

Welchen aktuellen Programm-Tipp würden Sie gerne teilen – TV, Radio, Podcast ...?

Eine Entscheidung fällt mir schwer. Aber ich habe die Mediatheken zu schätzen gelernt. Unglaublich, welche Trüffel es da aufzuspüren gibt. Auch wenn man mitunter ganz schön suchen und wühlen muss, es lohnt sich :-) Ein Streaming-Tipp: Shameless. Hart, warmherzig, komisch – eine gekonnte Mischung, die es versteht, Haken zu schlagen.
 

Wie sieht die Film- und Fernsehbranche in 10 Jahren aus?

Ich hoffe, dass es über die 10 Jahre hinaus die Öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten noch geben wird. Wohl wissend, dass der Kostendruck enorm ist. Um eine Zukunft zu haben, werden sich gewohnte Strukturen verändern, müssen Grenzen neu gedacht und gezogen werden. Ich bin überzeugt, dass guter, solider, kritischer Journalismus überleben wird. Das Bedürfnis nach Information ist groß und Regionalität ist ein Pfund, mit dem die Rundfunkanstalten wuchern können. Nicht zuletzt auch mit den kreativen Ideen und großartigen Teams, die unterhaltsame TV-Erlebnisse möglich machen. Die Entwicklung auf diesem Gebiet geht so schnell, dass wir auf dem Weg dazulernen müssen.
 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Meine Altersvorsorge genießen zu können.


ZUR PERSON: Anja Koebel (53): Freischaffende Journalistin/Moderatorin, Schwerpunkt: MDR Fernsehen; lebt in Moritzburg OT Friedewald (Landkreis Meißen); verheiratet; PKR-Mitglied seit 1997.

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